Über Heimwegtelefon

Die Idee stammt ursprünglich aus Schweden. In Stockholm gibt es bereits einen Service, der ähnlich funktioniert. Dort ist er allerdings direkt bei der Polizei angesiedelt. Warum aber gibt es das bei uns in Deutschland noch nicht?

Eine Antwort auf diese Frage haben wir nicht bekommen. Und dann sind wir irgendwann auf die Idee gekommen: Warum nicht aufhören daran zu denken, wie toll so ein Service hier wäre und stattdessen einfach handeln?!

Wie funktioniert Heimwegtelefon?

HWT_1

1. Es ist Nacht und du bist alleine unterwegs.
Weil dir mulmig ist, rufst du uns beim Heimwegtelefon an.

HWT_2

2. Du gibst deinen Standort und dein Ziel an.

HWT_3

3. Wir unterhalten uns und du teilst regelmäßig deinen Standort mit.
Da wir genau wissen, wo du bist, kann im Ernstfall jederzeit die Polizei gerufen werden.

HWT_4

4. Du kommst sicher zu Hause an.

Wieso sollte man Heimwegtelefon anrufen, wenn man sich auf dem Nachhauseweg unwohl fühlt?

Es geht in erster Linie darum, Sicherheit zu schenken. Durch ein nettes Gespräch hat der Anrufer das Gefühl, nicht alleine nach Hause zu gehen. Dadurch fühlt er sich nicht nur wohler, sondern strahlt auch eine größere Sicherheit aus. Das kann im besten Fall zu einer Vermeidung von Überfällen beitragen, weil man aus der typischen Opferrolle herauskommt. Käme es dennoch tatsächlich zu einem Übergriff, hätte Heimwegtelefon den Vorteil direkt handeln und die Polizei einschalten zu können .

Warum?

Wir sind uns sicher, dass diese Idee auf viele interessierte Ohren stößt. Deswegen wollen wir es anpacken. Es muss doch auch in Deutschland die Möglichkeit geben eine solche Initiative ins Leben zu rufen. Erfahrungsgemäß gibt es viele Menschen, die sich gerne für gute Zwecke einsetzen und bereit sind sich zu engagieren. Aus diesem Grund arbeiten wir an der Umsetzung. Gestartet sind wir mit einer Testphase in Berlin und haben eine Woche später auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Angerufen wird dabei, egal wo sich der Anrufer befindet, immer bei der selben Nummer in Berlin (030-12074182).

Aktueller Status

Wir befinden uns derzeit in der zweiten Testphase. Wir, Anne und Frances, hatten nach der ersten Testphase eine kreative Pause eingelegt und das Heimwegtelefon etwas weiterentwickelt. Seit Anfang des Jahres sind wir wieder aktiv und konnten knapp 50 neue Helfer gewinnen. Diese telefonieren donnerstags von 20-24 Uhr, vor Feiertagen sowie Freitag- und Samstagnacht zwischen 22 und 4 Uhr für euch am Computer und nehmen Anrufe auf dem Heimweg entgegen.

Hinter den Kulissen bereiten wir gerade einen großen Versand von Flyern, Postern und Kärtchen vor, diese wurden in in Zusammenarbeit mit „Die Grafiker“ und „utopie und praxis“ erstellt. Außerdem geben wir ein Interview nach dem anderen. Dazwischen arbeiten wir beide Vollzeit.

Seit einiger Zeit gründen wir Heimwegtelefon gUG (haftungsbeschränkt). Wir sind bereits im Handelsregister eingetragen und klären die Gemeinnützigkeit.

Heimwegtelefon muss für die Person auf dem Heimweg bekannt und sichtbar sein. Da hilft in jedem Fall Mundpropaganda! Um wirklich im richtigen Moment präsent zu sein, müssen wir auch Werbung machen, zum Beispiel in den öffentlichen Verkehrsmitteln, mit Flyern und Postkarten in Bars, im Radio und an Werbeflächen. Das kostet Geld oder benötigt gute Kontakte und Spenden.
In einem nächsten Schritt können wir uns vorstellen die Telefonzeiten noch weiter auszubauen. Gern kannst du uns auch Ideen und Verbesserungsvorschläge, die dir zum Heimwegtelefon einfallen, schreiben (info(at)heimwegtelefon.de).
Solltest du uns in einem oder gern auch mehreren Punkten unter die Arme greifen wollen, melde dich bitte unter helfen(at)heimwegtelefon.de.